Adrasan liegt etwa 90 Kilometer südwestlich von Antalya und und damit ein gutes Stück außerhalb des vom Massentourismus geprägten Teils der türkischen Riviera. Der Name „Adrasan“ soll nach Gelehrtenmeinung aus dem Luwischen stammen, also schon ein paar tausend Jahre alt sein. In einem griechischen Portulan (Landkarte/ Seekarte) aus dem 1400 Jh. ist die Bezeichnung “Atrasas” zu lesen. Mancher Einheimische wird einem jedoch erzählen, daß Adrasan aus dem Türkischen stammt und einfach nur “zwischen den Inseln” bedeutet - eine Erklärung die man auch in einigen Reiseführern findet. Seit den 60er Jahren ist die offizielle Bezeichnung von Adrasan “Cavusköy” ( Das Dorf des Hauptmanns), ein Ortsname, der in der Türkei sehr oft verwendet wird. Die Gemeinde Adrasan bemüht sich seit mehreren Jahren, den alten Namen wiederzuerlangen - bisher ohne Erfolg. Immerhin fügt man inzwischen häufig auf Straßenschildern und Landkarten den historischen Namen zum offiziellen hinzu.
Adrasan ist eine bäuerlich geprägte Gemeinde, Landwirtschaft ist der Haupterwerbszweig der ca. 3000 Einwohner. Moschee, Polizeistation, Lebensmittelgeschäfte, Friseur und ein paar Teehäuser für die Männer bilden den Kern der Ortschaft. Jeden Sonntag findet gleich neben der Grundschule der Bazar (tr. Pazar) statt. Das Angebot reicht von Gemüse, Obst und Honig über billige Kleidungsstücke bis hin zu allerlei Krimskrams für den täglichen Gebrauch.
Wie an der Küste üblich wird auch in der Bucht von Adrasan seit einigen Jahren der Anbau landwirtschaftlicher Produkte vermehrt in Glashäusern betrieben. Haupterzeugnisse sind Paprika, Tomaten und Zucchini. Außerdem werden seit einiger Zeit, wo früher hauptsächlich Orangen- und Zitrusgärten bestanden, immer mehr Granatapfelplantagen angelegt.
Der Tourismus hat in Adrasan einen ähnlichen Verlauf genommen wie im nahe gelegenen Cirali. Das Bauverbot wurde mit der Errichtung kleinerer Hotels und Pensionen umgangen, große Hotelklötze sind der idyllischen Bucht jedoch erspart geblieben. Trotzdem muß man feststellen, dass es in Adrasan deutlich größere Bauten gibt als in Cirali. Seit kurzem ist ein Bebauungsplan für die Gemeinde “Cavusköy” offiziell angenommen - es wird wohl nicht lange dauern bis auch diese schöne Bucht mit großen Hotelanlagen und Allinclusive-Tempeln überzogen wird. Bis dahin ist Adrasan auf alle Fälle eine Reise Wert für Naturliebhaber, Taucher, Angler, Kulturinteressierte - und natürlich Wanderer.
Für letztere ist Adrasan ein beliebter Einstiegspunkt zum ersten Weitwanderweg der Türkei: Der “Lykische Weg”. Die Etappe in nördlicher Richtung führt über den Musadagi nach Olympos/Cirali und Richtung Süden gehts zum Leuchturm von Kap Geledonya. Für Trekker, die auf dem Lykischen Weg unterwegs sind, ist Adrasan eine willkommene Zwischenstation. Sie finden hier günstige Übernachtungsmöglichkeiten und Lebensmittelgeschäfte für den Proviant. Aber auch für Standortwanderer ist der Ort sehr zu empfehlen. Man mietet sich in einem kleinen Hotel ein und kann je nach Ausdauer und Lust verschiedene lohnende Wanderungen angehen.
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